08.06.2010 - Krisengespräch zum Thema 60-Minuten-Takt

Aus Schulentwicklung

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Protokoll

zum Krisengespräch der Steuergruppe mit Schulleitung

(Gedächtnisprotokoll)


Datum: 08.06.2010

Beginn: 13:50 Uhr

Ende: 15: 55 Uhr

Anwesend: BO, UH, SH, BW, TD, WJ, ST (BE auf Klassenfahrt)


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Aussprache zur von der Schulleitung beschlossenen Rücknahme des für das neue Schuljahr geplanten 60-Minuten-Taktes, womit außerdem das Förderband statt 30 Minuten 45 Minuten lang wird.


Die Schulleitung begründete ihren Entschluss damit, dass man im Lauf der Zeit mehr Nachteile als Vorteile in der Einführung des 60-Minuten-Taktes für die Schule sah. Diese sah man vor allem in den schon mehrfach erörterten möglichen Störungen, die sich durch die Verschiedenheit der Stundenpläne der beiden Schulen im Schulzentrum ergeben könnten: Schüler, die in den Pausen den Realschulunterricht in Räumen am unteren Schulhof stören, Störungen unserer Schüler durch Realschüler in deren Pausen, Probleme bei der Belegung von Küchen, Werkräumen und Sporthallen. Von Seiten des Konrektors wurde wie zuvor Mangel an Informationen und Vorgaben moniert. Der Schulleiter macht außerdem auf Schwierigkeiten aufmerksam, die er in der amtlichen Statistik (LID) sieht. Wenn dort nicht alles perfekt stimme, könne diese Statistik nicht an das Land übermittelt werden. Er, der Schulleiter, habe dem Konrektor bisher allerdings keine Hilfen geben können, wie beabsichtigt.


Die Mitglieder der Steuergruppe waren mit dem Vorgehen der Schulleitung nicht einverstanden, da sie in den Überlegungen, die zum Entschluss der Schulleitung führten, nicht eingebunden worden waren, obwohl jederzeit Mitglieder der Steuergruppe ansprechbar waren. Außerdem fühlte die Steuergruppe sich schlichtweg übergangen, denn von der neuen Lage erfuhr sie erst recht spät und durch Nachfragen. Zudem war es der Steuergruppe unerklärlich, dass ein Beschluss der durch verschiedene Gremien und auch die Schulkonferenz beschlossen worden war, so einfach gekippt werden konnte.


Die Schulleitung gab dazu an, man habe ein Treffen für die nächste Zeit ansetzen wollen, sei jedoch dazu noch nicht gekommen. Mit der Aufhebung des 60-Minuten-Taktes, so die Schulleitung, sie jedoch das Förderband nicht vom Tisch. Das wolle man auf jeden Fall einführen. Es sei dieses ohnehin schon Arbeit genug. Für die Vorbereitungen zum 60-Minuten-Takt sei nun schon kaum noch Zeit.


Für die Steuergruppe hängen 60-Minuten-Takt und Förderband eng miteinander zusammen. Sie wollen beides und gaben zu bedenken, dass ein Förderband von 45 Minuten Dauer zu 60 Minuten zusätzlicher Förderzeit und damit zu einem stark erhöhten Bedarf an Fördermaterial führen würden. Außerdem sieht man von Seiten der Steuergruppe ein größeres Risiko, dass Lehrer dann im Förderband bei Gelegenheit auch normalen Unterricht machen.


Dieses sah die Schulleitung so nicht, denn es seien bei 18 Klassen im kommenden Schuljahr ausreichend zusätzliche Lehrer vorhanden, um jeder Stufe einen weiteren zuzuteilen, so dass keine Klassengruppen zwingend sein. Der Schulleiter warf der Steuergruppe vor, nur schwarz oder weiß zu denken, entweder alles oder nichts. Er war der Meinung, es sei besser, auf 60-Minuten-Takt zu verzichten wegen der zu erwartenden Probleme und sich stattdessen auf das Förderband zu konzentrieren.


Der Konrektor macht noch einmal deutlich, dass er nicht arbeiten kann, wenn er keine Vorgaben hat und damit meint er eine auf die Schule angepasste Stundentafel auf der Grundlage der gesetzlich vorgegebenen. Eine Umrechnung der Lehrerstunden auf 60-Minuten-Stunden hat er noch nicht vorgenommen, da er ja sonst keine Informationen hat. In der Bewältigung des 60-Minuten-Taktes mit Schild sieht er kein wirkliches Problem. Allerdings glaubt er, dass die Probleme mit einem neuen Stundenplan letztlich an ihm alleine hängen bleiben werden. Der Stundenplan müsse gemacht werden und das könne nicht alles in den Ferien geschehen. Was notwendig sei, ist die Stundentafel, die dann entsprechend den personellen Möglichkeiten der Schule noch weiter angepasst werden muss. In der Stundentafel müssen die vorgeschriebenen Stunden je Fach über alle sechs Schuljahre hinweg betrachtet möglichst gleichmäßig auf die Doppeljahrgangsstufen verteilt werden. Probleme sieht der Konrektor auch in der Verteilung von Pflichtstunden der Lehrer, wenn sich bei der Umrechnung auf den 60-Minuten-Takt 15 Minuten Reste ergeben. Das bedeute Mehrarbeit in einem Jahr und Wenigerarbeit in einem anderen. Allerdings glaubt er, dass es Schwierigkeiten geben wird, dieses den Lehrern transparent zu machen.


Die Mitglieder der Steuergruppe sind verwundert, dass der Konrektor nun so deutlich angibt, was er benötigt und dieses nicht zuvor in dieser Art getan hat. So sei unnötig viel Zeit vertan worden. Man wiederholte auch, dass mehrfach personelle Unterstützung angeboten hatte, diese jedoch nicht eingefordert worden sei.


Vom Schulleiter wurde noch einmal auf die zu erwartenden Störungen und Schwierigkeiten hingewiesen und dass man doch einen Kompromiss wählen könne, indem man nun das Förderband einführe.


Damit war die Steuergruppe nicht einverstanden. Man sei schon einen weiten Weg gegangen, habe damit auch Erwartungen geweckt bei Schülern, Eltern und Kollegen. Bei Eltern fände der 60-Minuten-Takt bereits guten Anklang. Der 60-Minuten-Takt solle eine äußere Veränderung bringen, die zu inneren Veränderungen führe. Auch für Schüler sei ein Förderband von 30 Minuten ein deutliches Signal, dass hier ein anderer Unterricht stattfinde. Es gehe auch um die Glaubwürdigkeit von Steuergruppe und Schulleitung gegenüber den Beteiligten. Probleme werde es natürlich geben und man müsse sie angehen. Außerdem sei von Anfang an geplant gewesen, den 60-Minuten-Takt auf ein Jahr zu testen und dann zu sehen, ob man damit weitermache oder nicht. Das könne man noch immer tun. Würde man dann vom 60-Minuten-Takt auf 45 Minuten zurück kehren, könne man immer sagen, man habe es zumindest versucht.


Steuergruppe und Schulleitung einigten sich abschließend darauf, den 60-Minuten-Takt nun doch in Angriff zu nehmen. Die Mitglieder der Steuergruppe werden alle nach Möglichkeit den Konrektor innerhalb der nächsten Woche in der Erstellung Stundentafel zu unterstützen. Sollte man absehen, dass die Vorbereitungen auf keinen Fall zeitig genug zu schaffen sind, wird das Vorhaben 60-Minuten-Takt verschoben. Ist jedoch abzusehen, dass nur ein oder zwei weitere Tage notwendig sind, das Ziel zu erreichen, so werden diese eingeräumt.

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